Mit einem Raspi unterwegs

Na wenn das so ist… Dann will ich mal jemandem zum Raspberry Pi Fan machen.

Mit einem Raspi unterwegs

Als ich vor ein paar Jahren begonnen habe für das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg Workshops in Schulklassen zu veranstalten, war mir schon sehr früh wichtig, mit genau den Medien wirklich zu arbeiten, die vor Ort sind. Damals wie heute sind das Schülerhandys. Als Vater mehrerer Kinder würde ich nicht einsehen, dass eine Schule privates Datenvolumen für öffentliche Zwecke einsetzt. Genauso habe ich mich davor gescheut, ein offenes WLAN zur Verfügung zu stellen…. ciao Konzentration, welcome WhatsApp… (das kann gut funktionieren, wenn es geübt werden kann, nicht wenn ich in restriktive Systeme komme, in welchen jeder Griff zum Handy wie der Griff zur Droge gedeutet wird – und zwar von beiden Seiten.

Ebenso waren Workshops in Grundschulen wirklich problematisch, denn hier lieh ich meist Geräte aus dem KMZ (meist die mit der angebissenen Frucht). Dann war bisher in genau 0 Grundschulen die Möglichkeit WLAN zu nutzen und vor iOS Apps habe ich Angst. Die kann ich leider nicht kontrollieren, bzw. weiß nichts über Werbemodule o.ä. Auch hier war eine WAN Umgebung mehr als hilfreich, allerdings sind natürlich auch Angebote wie learningapps.org nicht möglich.

Also was tun? Ich stelle mein eigenes Internet zur Verfügung und liefere nur das, was ich wirklich brauche. Natürlich sind komplette Kopien von Webseiten möglich, aber rechtlich nicht ganz ungefährlich, bzw. ganz einfach nicht erlaubt. Aus diesem Grund verwende ich Systeme, die ich schnell redaktionell und interaktiv aufbereiten kann. Das wäre zum einen die Lernbar der Uni-Frankfurt (http://lernbar.uni-frankfurt.de/-hier kann man interaktive Seiten auf dem eigenen Webserver hosten) und zum anderen war es ein ganz einfaches WordPress (wobei ich die Gravatar und Google-Webfonts Links deaktiviert habe) mit H5P.org als interaktivem Framework (selbsterklärend).

Technisch kann das Ganze relativ einfach umgesetzt werden:

1. man erstehe einen Raspberry Pi (ich hatte damals nur einen 2B, ohne WLAN)
mit einem Pi3 kann ein eigener Hotspot erzeugt werden.

2. Installation des Pis geht per Anleitung – hierzu habe ich den Pi kurzerhand an einen alten Bildschirm angeschlossen und per Kabel mit der FritzBox verbunden.
Anleitung gibt es dann hier: https://projects.raspberrypi.org/en/projects/lamp-web-server-with-wordpress

3. für H5P musste ich noch php zip, und andere php module nachinstallieren.

4. wg Raspi 2B brauchte ich noch ein WLAN Erzeuger -> dazu habe ich einen TP-Link Router verwendet, der gerade noch im Zimmer lag und dem OpenWRT System gesagt, dass die Adresse http://raspi.lan auf meinen Raspi-Server zeigen soll.

5. fertig, bzw. jetzt gehts erst richtig los, denn nun müssen Inhalte produziert werden. Hier sitze ich gerne mal und teste verschiedenste H5P Module aus, die ich gerne online erstelle und dann per download auf den Raspi ziehe.

So verwirkliche ich Quizzes, kollaborative Umgebungen, Polls und Vieles mehr mit den geliehenen Geräten aus dem KMZ oder gerne auch mit den Handys der Schülerinnen und Schüler.

Eine ältere Zeichnung (als ich meinen Webserver noch auf meinen Android-Handy betrieb) ist hier:

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