Aus statt ein? – Kann ich hierzu wirklich einen Vortrag machen?

…im ersten Moment dachte ich nein – da ich ja gerade anders herum denke. „Aus statt ein?“ war eine Veranstaltung des Gesundheitsnetzwerks Gügling, bei der Nikolas Danzinger – Suchttherapeut der Diakonie und ich als Medienpädagoge zu dieser Aussage in Bezug auf digitale Medien Stellung nehmen sollten.

Wenn es nach mir ginge, dann müssten wir eher daran arbeiten eine digitale Kultur zu erschaffen, als auszuschalten. Mit einer digitalen Kultur meine ich nicht nur zocken bis zum abwinken (ja das gehört dazu, natürlich nicht immer ;-), sondern auch das Klären wichtiger Grundlagen, die mit unseren Smartphones erst einmal nicht diskutiert wurden. Neben der absoluten Notwendigkeit, dass Schulen endlich einen Messenger-Dienst zur sicheren datenschutzkonformen Kommunikation einführen und verwenden, meine ich auch Grenzbereiche des Möglichen, also dass ein Smartphone unter keinen Umständen am Steuer benutzt werden sollten. So war der Titel der Veranstaltung – Aus statt ein? – für mich eher ein schwieriges Szenario, denn mit ausgeschalteten Handys kann man weder Medien produzieren noch Datenschutzeinstellungen betrachten.

Ja gut, aber… es gibt schon Einstellungen und Dinge, die ich an meinem Gerät ausschalte und die sind dann natürlich „aus“, so dass ich eine Präsentation zu den Möglichkeiten, wie Smartphone-Viel-Nutzer ihren Spielraum hin zum sinnvolleren Gebrauch managen können, hielt. Natürlich sind die reinen Folien nur Bilder und spiegeln niemals das wieder, was ich dazu zu sagen habe, ich empfehle z.B. nicht eine Eltern-App, die auf Werbebasis arbeite, finde aber das Geschäftsmodell von tasker  absolut in Ordnung.

Ich würde niemals ein Unternehmen kritisieren, dass sich seine Apps bei Amazon AWS einkauft, zeige jedoch auf, wie die Verbindungsstruktur einer derartigen App aussehen kann. Es liegt am Zuhörer, was er oder sie mit diesen Informationen macht. Eine echte Antwort erhalten Sie nur, wenn Sie mich entweder anschreiben:
weller@kreidezeit.kiwi oder anrufen (siehe Impressum).

„Medienkompetenz beginnt mit Medienabstinenz.“ zitierte mein sehr geschätzter Kollege aus der Suchtberatung Herrn Buermann. Als Suchtberater würde ich auch so argumentieren, als Medienpädagoge sehe ich die Sache oft anders, da ich davon ausgehe, dass Strukturen und Möglichkeiten ausgelotet und in Aktion bewertet werden müssen, um dann sinnvolle Wege für sich selbst zu beschreiten. Aus diesem Grund sehe ich eher die Chance für die Suchtberatung in diesem Ansatz, weniger für die Medienpädagogik.

In meiner Präsentation zeige ich mehrere Punkte, an welchen ich deutlich machen möchte, wo ich ein im Gebrauch befindliches Smartphone ausschalte. Bitte lesen Sie in der Online-Version das zugehörige Vorwort:

https://app.box.com/s/teotbrophe8mplw2og80lkk4t434oqnu